Das ewige Buch

Die Idee des ewigen Buches

Oft sind es die kleinen Ideen, die das Leben vieler revolutionieren. Ob es die berühmten Streichhölzer waren oder die Erfindung der Glühbirne. Nicht anders verhält es sich mit Ringbuchmechaniken – jeder kennt sie, jeder verwendet sie. Der Erfinder, Koloman Handler, war ebenso kreativ wie ausdauernd und gründete seine erste kleine Werkstatt 1900 in einem Wiener Außenbezirk. 

 

 

 

 

 

Eine Idee geht um die Welt

Um die Jahrhundertwende waren sämtliche Geschäfts­bücher noch fest gebunden und nützten sich aufgrund des täglichen Gebrauchs, der Stärke und des Gewichts vornehmlich an den Kanten stark ab. Handler erkannte hier eine Marktlücke und begann für diese abgeschla­genen Buchteile Verstärkungen, die sogenannten Buchecken, zu produzieren. Die mit Handspindelpressen erzeugten Ecken fanden in Buchbinderkreisen so großen Anklang, dass Koloman Handler sich sehr rasch auf deren Herstellung in allen Formen und Größen spezialisierte. Er begann die Idee, Bücher „haltbarer“ zu machen, weiterzuverfolgen, und hatte den Einfall, diese in Ringe zu binden, die sich öffnen und schließen lassen. So entstand das „ewige Buch“. Die Idee war sehr erfolgreich – 1922 baute Handler seine erste Fabrik in Wien und sicherte sich eine Reihe von Patenten für Ringsysteme. Bereits in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts war vom Taschen­buch bis zum Büroordner bald alles in Ringbuchform erhältlich.